F. ENERGIE
Der Status Quo
Der Landkreis Starnberg hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 zu 100% mit erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Aktuell liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch bei etwa 11%, wobei der Anteil bei der Stromerzeugung auf 15,6% gestiegen ist. Dieser Wert ist seit 2013 mehr als verdoppelt, liegt aber immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) verpflichtet die Bundesländer, einen bestimmten Anteil ihrer Landesfläche für die Windenergie auszuweisen. In Bayern bedeutet dies, dass bis Ende 2027 1,1% der Fläche in jeder Planungsregion und bis Ende 2032 1,8% bayernweit als Windenergiefläche ausgewiesen sein müssen.
1. Klimaneutral bis 2045
Unseren Landkreis energieautark zu gestalten, scheint nicht möglich. Wir Freie Demokraten setzen uns aber dafür ein, dass wir unsere Möglichkeiten zur Erzeugung erneuerbarer Energien, unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit, so weit wie möglich ausschöpfen. Den aktuellen Zeitrahmen, bis 2035 klimaneutral zu werden, möchten wir jedoch nach dem aktuellen Stand des Wissens hinterfragen und auf 2045 gemäß den Pariser Klimaverträgen anpassen. Wir möchten dabei Klimaschutz nicht ausbremsen, sehen jedoch keinen Vorteil für das Gesamtklima, wenn wir als einzelner Landkreis früher das Ziel erreichen.
2. Erneuerbare Energien technologieoffen ermöglichen – für eine ökologische und unabhängige Energieversorgung
Der Strombedarf wird sich durch Wärmepumpen und E-Fahrzeuge deutlich erhöhen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, stärker Energiegewinnung im Landkreis Starnberg zu ermöglichen. Neben dem maßvollen Ausbau der Photovoltaik und auch vermehrt der Solarthermie auf den Dächern möglichst vieler öffentlicher Gebäude, wo es wirtschaftlich Sinn macht, können auch unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit weitere Windgeneratoren gebaut werden. Dies soll weitgehend mit Bürgerbeteiligung bei Planung und Betrieb geschehen. Welche Technologie dabei bevorzugt und realisiert wird, obliegt jedoch zum einen den Gemeinden und ihrer kommunalen Selbstverwaltung und dem freien Markt. Konkret haben die vier Windräder in Berg gezeigt, dass auch im Landkreis Windstrom unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich erzeugt werden kann und weitere Anlagen im Wesentlichen an der Flugsicherung für den Flughafen Oberpfaffenhofen scheitern. Diese absolute Haltung der Flugsicherung möchten wir hinterfragen und der Winderzeugung mehr Priorität einräumen.
3. Neues wagen – Seethermie untersuchen und Tiefengeothermie fördern
Wir sind fest davon überzeugt, mit neuen innovativen Technologien einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten zu können, die Energieversorgung zu sichern, günstiger zu gestalten und klimafreundlich zu gestalten. Die Seethermie bietet hierbei unserem Landkreis eine große Chance, deren Machbarkeit weiter voranzutreiben ist. Auch die Tiefengeothermie steht grundsätzlich bei uns im Landkreis zur Verfügung, die Möglichkeiten ihres Einsatzes, insbesondere zur Wärmeversorgung von Neubau- und Gewerbegebieten, sind ernsthaft zu untersuchen.